Mittwoch, 14. November 2012

Udaipur - "Venedig des Ostens"

Nachdem wir endlich mal wieder ausschlafen konnten, schlenderten wir durch die Altstadt, welche in einer Flut aus Hostels, Dachterrassen Restaurants und Schmuck-, Kleider- und Souvenirgeschäften geradezu versinkt.



Den Abend des Diwali, dem wichtigsten Fest des Jahres, verbrachten wir mit einem Couchsurfer, Krishna, der uns leider nicht bei sich aufnehmen konnte, trotzdem aber anbot sich mit uns zu treffen. Wir betrachteten das Lichtermeer und die vielen Feuerwerke und knallten am Schluss auch ordentlich auf typisch indische Art, denn die meisten Raketen funktionierten nicht und die Böller lösten bombenähnliche Druckwellen aus.


14.11. Mittwoch

Nach einer durch knallende Feuerwerkskörper unterbrochenen Nacht, gingen wir den kurzen Weg zum Stadtpalast, den wir nach unserer Besichtigung aufgrund seiner Größe, wahrscheinlich immer noch erst zu einem zehntel gesehen haben.
Nach langem Fußmarsch kamen wir danach bei einer kleinen Gondelstation an, die uns bis auf einen der vielen umliegenden Hügel trug. Von da aus genossen wir den atemberaubenden Ausblick auf Udaipur mit seinen Seen und Bergen im Hintergrund.
Zum Mittag aßen wir mit einer anderen Couchsurfing Bekanntschaft und drehten zum Sonnenuntergang auf dem Pichola See eine Runde mit dem Boot.




Bevor wir uns zu einem letzten Abendessen mit Krishna und seinen Freunden trafen, ging ich spontan zu einem Friseur um mir die Haare schneiden zu lassen. Als der aber anfing mit zittriger Hand und rostiger Schere ein riesiges Stück abzuschneiden und Greta schockiert zusah, entpuppte sich das als großer Fehler. 
Nun war es zu spät noch etwas zu ändern und wir entschieden uns, in Jodhpur nochmal einen ordentlichen Haarsalon aufzusuchen.

Montag, 12. November 2012

Chittorgarh

Am Morgen des nächsten Tages, ging es mit dem Zug nach Chittorgarh um das dortige Fort zu besichtigen.


Am Bahnhof angekommen, teilten wir uns eine Rikscha mit zwei Franzosinnen, um die einen ganzen Hügel einschließende Festungsanlage abzufahren.



Kumbha-Shyam Tempel
Um 16:00 Uhr stiegen wir dann bereits wieder in den Zug und kamen am Abend in Udaipur an, wo die ganze Stadt zum Diwali Fest bereits in festlicher Stimmung war.
Wir checkten im 'Lal Ghat Guest House' ein und aßen vor dem Schlafengehen noch eine Kleinigkeit mit romantischer Aussicht auf den Pichola See.

Sonntag, 11. November 2012

Bundi, Rajasthan

wieder mal ein Abschied
Um uns am nächsten Tag überhaupt loseisen zu können, mussten wir drei weitere Einladungen ablehnen, doch schließlich saßen wir in dem klapprigen Bus nach Bundi.

Nachdem wir uns im niedlichen 'R.N. Haveli Guest House' mit familiärer Atmosphäre eingerichtet hatten, machten wir uns auf einen kleinen Erkundungsgang durch das verschlafende Städtchen und besichtigten den traumhaft schönen 'Chitrashala Palast'.

die Krüge für die tägliche Milch



Wir waren so begeistert von der Aussicht und fasziniert, wenn auch leicht beängstigt, von den herum tollenden Affen, dass wir garnicht mehr weg wollten.



ein Fledermausparadies
Blick auf Bundi


11.11. Sonntag
 
Unser zweiter Tag im gemütlichen Bundi begann mit einer sinnlosen Rikschafahrt zum Bahnhof, um unsere Weiterreise zu planen. Nach den, jeder Logik entsagenden, Regeln des indischen Bahnsystems, kann man Zugtickets bei Fahrten unter 200km nicht am Vortag, sondern nur am Tage der Abreise kaufen und so fuhren wir unverrichteter Dinge wieder zurück.
Die dreistündige Fahrradtour mit unserem netten Guide Billu entschädigte uns allerdings von den Ärgernissen und wir fuhren durch Bundi und Umgebung.

zwischen Kühen, Rollern und Chaos

eine Hochzeitsgesellschaft und wir mitten drin

Monkey House
die Affenfrau (85 Jahre alt)

Nach der Tour lud uns Billu noch zu sich nach Hause zu Chai und einem kleinen Imbiss ein und wir genossen die Aussicht von seiner Terrasse.

Billus Gästebücher und Referenzen
Billu selbst

Freitag, 9. November 2012

Unterwegs auf indischen Gleisen

Nach einer neuneinhalb stündigen Zugfahrt kamen wir schließlich um vier Uhr morgens in Mahoba an, wo wir noch eine Weile die Zeit totschlagen mussten, bis wir neben einem netten chinesischen Pärchen die Fahrt nach Khajuraho antraten. 



Den Tag verbrachten wir etwas müde mit der Besichtigung der riesigen Tempelanlage und der Altstadt. 



die Kamasutra-Tempel


Ein sympathischer Inder spielte für uns Guide und Chauffeur und so düsten wir zu dritt auf seinem Moped durch das Dorf und bekamen Chai spendiert.

Am selben Abend ging es dann aber auch schon weiter nach Mathura, wo wir nach selbiger Fahrzeit wieder mitten in der Nacht ankamen. Die verbleibenden Stunden bis zum Sonnenaufgang verbrachten wir auf dem Boden schlafend im Aufenthaltsraum der Frauen.

Dort machten wir auch die Bekanntschaft mit einer 18 jährigen Ukrainerin, die den ganzen Weg nach Indien trampte. Ganz in weiß gekleidet, ohne Geld und nur von der Gegenwart ihres Gottes begleitet, pilgert sie nun bis Ablauf ihres Visums durch das Land. Unterhalten konnte man sich allerdings nur per Papier und Stift, denn sprechen wollte sie nicht. Auf die Frage hin, ob sie denn nicht manchmal Angst hätte, antwortete sie: "Sometimes in dark forests, but if you love -you not afraide becouse God& University love you so much! If you understand it - no problem - all is white& good"



Ziemlich beeindruckt verabschiedeten wir uns von ihr und fuhren zum 'Shri Krishna Jamna Bhumi' dem Geburtsort Krishnas.




Da wir ja keine Zeit verlieren durften, stiegen wir um 15:20 schon wieder in den Zug nach Kota, von wo aus wir nach Bundi, unserem ersten Stopp in Rajasthan, weiter wollten. Daraus wurde aber nichts, denn unsere Sitznachbarn, eine indische Großfamilie, lud uns zu sich nach Hause ein. So stiegen wir also in Kota aus dem Zug und fuhren in eine Rikscha gequetscht zum Haus der Familie.

Nach großer Fotosession, Abendessen und Chai fielen wir schließlich todmüde ins Bett.



Auch aus der Abfahrt am nächsten Morgen wurde nichts, denn es gab eine Geburt zu feiern und dazu wurden wir natürlich auch eingeladen.



der Hausbrunnen
Bevor es zum Fest ging unternahmen wir aber noch eine kleine Bootstour und eine lebensgefährliche Fahrt mit einem klapprigen Riesenrad auf einem indischen Jahrmarkt.


zu dritt auf Sumans Roller





Auf der Party angekommen ging die Knipserei erst richtig los, denn jeder, jung und alt musste mindestens 10 Fotos mit uns machen. Natürlich durfte auch die Bollywoodmusik nicht fehlen und um ein, zwei Tänze konnten wir uns auch nicht drücken.

Wir hatten sehr viel Spaß und genossen den indischen Trubel aus Menschen jeder Altersklasse.

Dienstag, 6. November 2012

Varanasi - "Mother Ganga"

Nach unserem denkwürdigen Tag in Agra, stiegen wir noch am selben Abend in den Zug nach Varanasi. Begleitet von zwei Jungs aus unserem Hostel, die zufälligerweise nicht nur den selben Zug, sondern auch Sitzplätze neben unseren gebucht hatten, betraten wir die 'Sleeper Class'. Im Gegensatz zu unserer angenehmen ersten Fahrt, erwarteten uns im Sleeper Dreck, Toilettengestank und ausnahmslos männliche, teils schnarchende Fahrgäste. Während sich Zac seinen Schlafplatz mit einem Inder mit unbestätigtem Ticket teilen musste, erging es uns anderen dreien auch nicht wesentlich besser.
Nach der zwölfstündigen Fahrt kamen wir also, froh die Reise überstanden zu haben, im heiligen Varanasi an, wo wir wie gewohnt von lärmenden Rikschafahrern belagert wurden.


Bei unserer Suche nach einem passenden Hostel, stießen wir auf das 'Blue Lassi', das von da an zu unserem Lieblingsort werden sollte. Am Nachmittag checkten wir in das 'Shanti Guest House' ein, die Backpackerabsteige schlecht hin.

Pomegranate, Chocolate Lassi
unser lieblings Lassimann

03.11.12-6.11.12

Nach dem Frühstück, stiegen wir hinab zum 'Mani Karnika Ghat', wo jeden Tag 200-400 Tote eingeäschert werden. Hatten wir am Vortag bereits mehrere Leichenzüge gesehen, bekamen wir nun einen direkten Einblick in das Bestattungsritual. Von den zahlreichen Indern vor Ort lernten wir, dass fünf Arten von Menschen nicht verbrannt, sondern an einen Stein gebunden im Ganges versenkt werden:
- Kinder unter 10 Jahren, da sie unschuldig sind
- Schwangere Frauen, da sie ein Kind in sich tragen
- Heilige Männer, Sadhus, da sie rein sind
- von einer Kobra Gebissene, aufgrund der Schlangenkette Shivas
- Leprakranke, da ihre Krankheit ein Zeichen Gottes ist

In ihren heiligen Fluss, genannt 'Mother Ganga', werfen die Inder nicht nur zahlreiche Leichen, sondern auch ihren gesamten Müll. Eine tote Kuh im Wasser schwimmen zu sehen und gleichzeitig die Inder, wie sie im Ganges baden und sogar aus ihm Trinken war ein wirklich bizarrer Anblick für uns.


Während wir durch Varanasis Straßen schlenderten, mussten wir abwechselnd Kühen, Ziegen, Hunden oder deren Mist ausweichen. Des Weiteren ist Varanasi die Stadt der Kauenden und Spuckenden, denn die Betelnuss, die die Zähne erst rot färbt und mit der Zeit völlig abnutzt, erhält man hier an jeder Ecke.

ein falscher Sadhu
Bis auf diese etwas gewöhnungsbedürftigen Tatsachen, genossen wir die Atmosphäre der heiligen Stadt und verbrachten unsere Tage mit Tempelbesichtigungen, dem Durchstreifen der zahlreichen Gässchen mit Lassis trinken und Yogastunden auf dem Hosteldach.
Auf den beiden Bootsfahrten zu Sonnenauf und -untergang, erlebten wir das bunte Treiben am Fluss und beobachteten wie Gläubige bunte Blumenketten ins Wasser ließen und Gebete sprachen.

Die Ghats bei Sonnenuntergang


the 'Sinking Temple'

Varanasi ist im positiven Sinne ein Extrem, denn an einem Ort, der so reich ist an der indischen Kultur und Religion waren wir noch nie zuvor.

So verabschiedeten wir uns am Dienstag etwas traurig von Zac, dem sentimentalen Chinesen der in Melbourne Business studiert und von dem in Bolivien geborenen, jetzt in Miami studierenden Antonio, sowie der heiligen Stadt.

Donnerstag, 1. November 2012

Agra - Glück im Unglück

Nach einer überraschend angenehmen Zugfahrt, natürlich aber mit 2 Stunden Verspätung, kamen wir um 23:00 Uhr in Agra an. Von dort brachte uns eine Rikscha zum 'Friends Paying Guest House', in dem wir super freundlich und mit unserem ersten, apfelsaftähnlichem, indischen Bier empfangen wurden.
Da wir das Taj Mahal unbedingt bei Sonnenaufgang sehen wollten, klingelte nach drei Stunden Schlaf bereits wieder der Wecker und wir machten uns um kurz nach fünf, in der Dämmerung auf den Weg.
Als letztendlich um 06:30 die Tore geöffnet wurden, lag das Taj in dichtem Dunst, der aber fabelhaft zur grünen Anlage und den herumflatternden Papageien passte.


Entgegen Gretas Horrorvorstellungen und Erinnerungen an den Stress und die Menschenmengen bei ihrem letzten Besuch, schlenderten wir völlig unbehelligt durch das schöne Gemäuer und genossen den Anblick der rot aufgehende Sonne.



Nach einem kurzen Mittagsschlaf und Frühstück auf der Terrasse, fuhren wir zum Bahnhof und versuchten unser Glück bei der Ticketbuchung des Zuges nach Varanasi. Zu unserem Glück und mit freundlicher Hilfe einiger Inder, bekamen wir tatsächlich noch einen Platz im heute Abend abfahrenden Nachtzug.
Nach diesem ersten Erfolg wollten wir nun auch endlich unser Päckchen losschicken, wozu wir in Delhi nicht mehr genug Zeit hatten.
Auf Rat unseres Rikschafahrers, ließen wir das Paket (wie in Indien üblich) bei einem Shop in Leinen einnähen, wofür wir 700 Rupien hinblättern mussten, was uns schon reichlich viel erschien. Der eigentliche Schock kam aber erst bei der Ankunft am Post Office, wo sich herausstellte, dass es dort doch einen Packservice gibt der lediglich 50-175 Rupien kostet. Als wir dann auch noch erfuhren, dass unser Paket so nicht zulässig sei und wieder aufgeschnitten werden müsse, bekam Greta einen richtigen Wutausbruch und auch ich musste ganzschön schlucken.
Wo fing die Abzocke jetzt an? Schon bei unserem Guest House, das uns den Fahrer schließlich besorgt hatte, oder bei diesem, der durch den Deal mit dem Shop eine satte Komission einstrich? Der Gedanke so belogen worden zu sein verschlug uns echt die Sprache und Greta rief voller Wut bei unserer Unterkunft an.
Nachdem wir das neuverpackte Paket schließlich absendefertig gemacht hatten, wartete der Rikschafahrer schon und auch der bekam nochmal einiges von uns zu hören. Dieser blieb höflich und erklärte uns er hätte das nicht gewusst und mit der ganzen Sache nichts zu tun. Da er das auch nicht auf sich sitzen lassen konnte, fuhren wir  zurück zum Shop. Er verschwand allein nach drinnen und kam fast sofort danach mit unserem Geld wieder heraus.
Wir waren heilfroh und entschuldigten uns bei ihm und dem Guest House für die falschen Anschuldigungen. Auf diese Aufregung brauchten wir erstmal eine Stärkung und verbrachten dann den Nachmittag mit der Besichtigung des Agra Forts und der Mogul Stadt.
Dank Gretas Beharren und dem netten Rikschafahrer war die ganze Sache nochmal glimpflich ausgegangen.

Auf nach Varanasi!

Dienstag, 30. Oktober 2012

Volunteering 2.Teil

30. Oktober

Unseren letzten vollen Tag des Volunteering verbrachte Greta mit der Bearbeitung des Trailers über die Wahoe School, an dem sie die letzten Tage gearbeitet hatte und ich mit Englisch- und Matheaufgaben. Am Abend lernten wir auf unserem Weg zum Grey Garden Restaurant, mal wieder einen ganz anderen, schicken Teil Delhis kennen. Als wir uns schließlich durch sämtliche kleine Gässchen durchgefragt hatten, aßen wir nett auf der Dachterrasse mit zwei münchner Mädels, die Greta von der Schule kannte zu Abend.

Am nächsten Tag hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen. Sonu und ihr Mann luden uns zum Mittagessen in ihre Wohnung ein und wir erhielten als Abschiedsgeschenk einen Silberreifen, wie sie die Sikhs tragen und eine Urkunde als Dank für unsere Hilfe.